Arbeit für Geflüchtete

Für alle Kinder dieser Welt, die sich derzeit aufgrund von Krieg, Hunger, Klimakatastrophen und weiterem politischem Bullshit auf der Flucht befinden 

Dieser Text ist ein Erfahrungsbericht über meine sehr arbeitsreiche Zeit in einem Flüchtlingscamp.

Den Umständen entsprechend sieht meine Clownsfigur chaotisch aus.

Ich widme diese Seite allen Kindern dieser Welt – und besonders den 50 Millionen Kindern, die in diesem Augenblick aufgrund von Flucht und Migration aus ihrer Heimat entwurzelt sind.

 

 

2016 waren wir mit etwa 70 Freiwilligen in Idomeni, einer kleinen griechischen Stadt an der nordmazedonischen Grenze. Dort und in der umliegenden Gegend befanden sich 10.000 Geflüchtete, darunter etwa 5.000 Kinder. Die Menschen lebten überwiegend in Zelten und warteten auf eine Gelegenheit, weiter nach Nordeuropa zu gelangen.

In Organisation eines Haufens Rotterdamer Punks kochten wir täglich eine warme Mahlzeit 5.000 Menschen (die andere Hälfte konnte – zumindest einmal am Tag – von Ärzte ohne Grenzen versorgt werden). Zudem verwalteten und verteilten wir Kleider- und andere Spenden, verwalteten mehrere Handy-Zonen und betreuten ein Kinderzelt.

Wir arbeiteten unermüdlich und das Schicksal der Menschen, die aus ihrer Heimat durch Krieg vertrieben wurden und am Rande Europas auf bessere Bedingungen hofften, gingen uns sehr ans Herz.

 

Vor Ort waren zudem save the children, weitere kleine ehrenamtliche Organisationen, sowie das ungarische Rote Kreuz, dass bis zur Erschöpfung arbeitete. Die Kriegsflüchtlinge froren nachts, hatten Hunger, einige kollabierten in der Nachmittagssonne. Doch den Mut verloren diese tapfereren Menschen bei all diesen unwürdigen Umständen nicht – wir wurden häufig zu einem Tee in Zelte geladen und zum kurdischen Neujahr wurde getrommelt und getanzt. Ich wünsche allen Menschen, die dort damals auf ein neues Leben gewartet haben, dass sie ihr Ziel ein Stück weit erreichen konnten, dass sie einen neuen Lebensort gefunden haben, der sanft zu ihnen ist, und dass es ihren Familien gut geht (natürlich sind fast alle Familien auseinandergerissen und viele warten immer noch auf Nachzüge).

In den drei intensiven Wochen, in denen ich vor Ort war, machte ich zwei Clowshows. Zu mehr war keine Zeit, da es überlebenswichtigere Arbeiten gab (wir mussten stets zu Dritt vor Ort sein, da diese vergessenen Kinder sich regelrecht auf mich stürzten und mich am liebsten dabehalten hätten).

Anbei einige fotografische Eindrücke von einem der beiden Auftritte an einem Rastplatz in der Nähe Idomenis. Dort standen etwa 50 Zelte, in den Büschen schliefen Geflüchtete ohne ein Dach über dem Kopf. Die Kinder waren sehr, sehr froh in dieser Einöde plötzlich die Clownin zu sehen. Auch mir wird es ganz warm um´s Herz, wenn ich die lachenden Gesichter und teils traurigen Augen dieser Kinder und ihrer Verwandten sehe.

Das wichtigste an meiner Figur des Kinderclowns ist und bleibt, dass die Kinder dieser Welt für einige Augenblicke all ihre Sorgen vergessen können. Frieden, Frieden, Frieden.